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Glutensensitivität / Weizen-Sensitivität

Praxisleitfaden für den Weg zur Diagnose Gluten-/Weizensensitivität

Auf dem Weg zur Diagnose Gluten- / Weizensensitivität untersucht man nach Ausschluss von Zöliakie und Weizenallergie, ob eine glutenfreie Ernährung die Symptomatik bessert. Spezifische Marker für einen Glutensensitivität Test/ Weizensensitivität Test gibt es nicht.


Wen sollte man auf Gluten-/Weizensensitivität testen?

Klagen Patientinnen oder Patienten nach dem Genuss glutenhaltiger Lebensmittel über unspezifische Beschwerden, wie Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Müdigkeit, könnte eine Gluten-/Weizensensitivität vorliegen (engl. Non Celiac Gluten Sensitivity, NCGS bzw. Non Celiac Wheat Sensitivity, NCWS). Aufgrund des symptomatischen Overlap Phänomens getreide- und glutenassoziierter Erkrankungen (GRD) ist in solchen Fällen zunächst eine umfassende klinische und labortechnische Untersuchung zum Ausschluss einer Zöliakie und nachgelagert auch einer Weizenallergie erforderlich. Wurden diese beiden Erkrankungen sicher ausgeschlossen, kann die eigentliche NCGS/NCWS Diagnostik beginnen.

Schritt für Schritt zur Diagnose Gluten-/Weizensensitivität

Der erste Schritt auf dem Weg zur Gluten-/Weizensensitivität Diagnose ist die sorgfältige Erhebung der Ausgangssymptomatik. Dabei ist es wichtig, dass die Patientin oder der Patient sich zu diesem Zeitpunkt noch oder seit mindestens sechs Wochen wieder normal - also glutenhaltig - ernährt. Spezifische biochemische, immunologische oder histopathologische Marker, die mit Gluten-/Weizensensitivität assoziiert sind, gibt es derzeit noch nicht. Im zweiten Schritt ist deshalb eine glutenfreie Ernährung für mindestens sechs Wochen anzuordnen. Im Anschluss an die glutenfreie Ernährungsphase erfolgt eine Kontrolle der Symptomatik. Zeigt sich dabei eine Verbesserung der Beschwerden, ist der letzte Schritt zur validen Diagnose der Gluten-/Weizensensitivität eine Glutenprobe.

Die Schritte der Gluten- / Weizensensitivität-Diagnostik:

  • Ausschluss von Zöliakie und Weizenallergie
  • Ermittlung der Ausgangssymptome unter glutenhaltiger Ernährung
  • Gluten frei ernähren für mindestens sechs Wochen
  • Ärztliche Bewertung der dann vorherrschenden Symptomatik
  • Glutenbelastung zur Bestätigung der Diagnose Gluten-/Weizensensitivität

Glutenbelastung zur Bestätigung der Diagnose Gluten-/Weizensensitivität

Bei Vorliegen einer Gluten-/Weizensensitivität reduzieren sich die Beschwerden, wenn sich die Betroffenen glutenfrei ernähren, in der Regel bereits innerhalb von wenigen Tagen bis zu zwei Wochen. Bestätigt wird die Diagnose Gluten-/Weizensensitivität aber nicht allein durch die Verbesserung oder das Verschwinden der Symptomatik unter glutenfreier Ernährung - sondern auch durch die erneute Verschlechterung, sobald wieder Gluten aufgenommen wird. Um bei Personen, die auf eine glutenfreie Diät ansprechen, die Diagnose Gluten-/Weizensensitivität zu bestätigen, ist deshalb eine Provokation mittels Glutenprovokation erforderlich.

Diagnoseweg Zölliakie

Was, wenn es keine Gluten-/Weizensensitivität ist?

Sind Zöliakie, Weizenallergie und Gluten-/Weizensensitivität als Ursache der getreide- bzw. glutenbedingten Symptomatik ausgeschlossen, kann auch noch das Vorliegen eines Reizdarmsyndroms diagnostisch abgeklärt werden.

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Quellen