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Darmzotten

Zöliakie – das Chamäleon der Gastroenterologie

Die Zöliakie (früher: einheimische Sprue) ist eine Autoimmunerkrankung, die durch die Aufnahme von Gluten bei genetisch prädisponierten Personen ausgelöst wird und sich durch eine glutensensitive Enteropathie des Dünndarms auszeichnet. Bei Betroffenen führt die Aufnahme von Gluten, selbst wenn es nur Spuren von Gluten sind, zu einer Immunreaktion des Darms mit Zottenatrophie. Diese histopathologischen Veränderungen können ein Malabsorptionssyndrom zur Folge haben.


Was bedeutet Zottenatrophie?

Die Dünndarmschleimhaut ist mit Zotten und feinen Ausstülpungen, den Mikrovilli, ausgekleidet. Diese dienen der Oberflächenvergrößerung und verbessern die Nährstoffaufnahme. Bei den Betroffenen haben sich die Dünndarmzotten und die Mikrovilli fast vollständig zurückgebildet. Dies lässt sich in der Diagnostik im Rahmen einer Dünndarmbiopsie erkennen. Durch die Schädigung und Abflachung der Dünndarmschleimhaut können weniger bis keine Nährstoffe aufgenommen werden. Die Folgen sind beispielsweise Unterernährung und Mangelerscheinungen.

Wieso gilt Zöliakie als „Chamäleon der Gastroenterologie“

Die Zöliakie wird auch als "Chamäleon der Gastroenterologie" bezeichnet. Das liegt daran, dass sich die Autoimmunerkrankung mit einer hohen Variabilität an intestinalen und extraintestinalen Symptomen manifestiert und manchmal auch ohne Symptome bleibt. Viele Fälle bleiben aufgrund der unterschiedlichen Erscheinungsbilder mehrere Jahre unentdeckt.

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Quellen

Felber, J., Bläker, H., Fischbach, W., Koletzko, S., Laaß, M.W., Lachmann, N., Lorenz, P., Lynen, P., Reese, I., Scherf, K., Schuppan, D. & Schumann, M. (2021). Aktualisierte S2k-Leitlinie Zöliakie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Konsultationsfassung Oktober 2021