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Reizdarmsyndrom und Begleiterkrankungen: Zusammenhänge erkennen und gezielt therapieren

Die Lebensqualität von Menschen mit Reizdarmsyndrom ist häufig stark beeinträchtigt, nicht nur durch die Vielzahl an Symptomen, sondern auch durch das häufige Auftreten begleitender Erkrankungen. In solchen Fällen ist die Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens der Patientinnen und Patienten essenziel.


Funktionelle gastrointestinale Komorbiditäten

Gastrointestinale Störungen umfassen eine Vielzahl funktioneller Erkrankungen (ohne organische Ursache) des Verdauungstrakts. Zu den häufigsten zählen:

  • Funktionelle Dyspepsie: Eine chronische oder wiederkehrende Verdauungsstörung, die sich durch Oberbauchbeschwerden wie Völlegefühl, Schmerzen oder Übelkeit äußert, ohne dass eine organische Ursache gefunden werden kann.
  • Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD)
  • Funktionelle Verstopfungen

Extraintestinale Komorbiditäten

Neben den gastrointestinalen Begleiterkrankungen treten bei Reizdarmbetroffenen häufig auch sogenannte extraintestinale Komorbiditäten auf, darunter:

  • Fibromyalgie
  • Chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS)
  • Chronische Beckenschmerzen

Das Reizdarmsyndrom (RDS) und psychische Begleiterkrankungen

Das Reizdarmsyndrom tritt auch häufig in Verbindung mit psychischen Störungen auf, die sich in körperlichen Beschwerden äußern. Daher sollte bei der Behandlung von Reizdarm-Patientinnen und Patienten stets auch die psychologische Komponente berücksichtigt und gegebenenfalls therapeutisch behandelt werden.

Bei RDS-Betroffenen sind eine erhöhte chronische Stressbelastung sowie eine hohe Komorbidität mit affektiven Störungen – insbesondere mit Symptomen von Angst und Depression – gut belegt. Gerade bei Kindern gibt es Hinweise auf eine enge Verknüpfung. Diese psychischen Belastungen können die gastrointestinalen Symptome verstärken.

Im biopsychosozialen Krankheitsmodell gelten chronischer Stress und psychiatrische Komorbiditäten als zentrale Risikofaktoren für die Entstehung und Aufrechterhaltung des Reizdarmsyndroms.

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Quellen

  • Layer P et l. Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Gemeinsame Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) – Juni 2021 – AWMF-Registriernummer: 021/016. Z Gastroenterol. 2021 Dec;59(12):1323-1415.
  • Riedl A, Schmidtmann M, Stengel A, Goebel M, Wisser AS, Klapp BF, Mönnikes H. Somatic comorbidities of irritable bowel syndrome: a systematic analysis. J Psychosom Res. 2008 Jun;64(6):573-82. doi: 10.1016/j.jpsychores.2008.02.021. Epub 2008 Apr 28. PMID: 18501257.