
Orale Manifestationen bei Zöliakie: Prävalenz und assoziierte Faktoren
Erfahren Sie mehr über die häufigsten oralen Symptome bei Zöliakie, ihre Verbreitung, die Risikofaktoren und wie eine frühzeitige Diagnose und eine glutenfreie Ernährung die Symptome lindern können.
Orale Manifestationen bei Zöliakie
Die Zöliakie kann in jedem Alter auftreten und zeigt ein vielfältiges klinisches Erscheinungsbild, das neben klassischen gastrointestinalen Symptomen auch Manifestationen anderer Organsysteme wie Haut, Knochen, Leber und Nervensystem umfasst. Darüber hinaus kann sich die Erkrankung auch in der Mundhöhle manifestieren und sowohl harte als auch weiche Gewebe betreffen. Dazu zählen unter anderem Zahnschmelzdefekte (DED), rezidivierende aphthöse Ulzerationen/Mundgeschwüre (RAS) sowie Glossodynie (Burning-Mouth-Syndrom).
Ziel der Studie
Ziel einer finnischen Studie war es, die Prävalenz oraler Manifestationen bei erwachsenen Zöliakie-Patient zu untersuchen und insbesondere die damit assoziierten klinischen Faktoren zu identifizieren.
Methoden
An der Studie nahmen 873 erwachsene Patienten mit biopsiebestätigter Zöliakie oder Dermatitis herpetiformis sowie 563 Kontrollpersonen ohne Zöliakie teil. Die Rekrutierung fand zwischen 2006 und 2010 landesweit in Finnland statt. Die Forschenden nutzten strukturierte Interviews und Fragebögen, um das Vorliegen von Zahnschmelzdefekten (DED), rezidivierenden aphthösen Ulzerationen (RAS) sowie Glossodynie (Burning-Mouth-Syndrom) zu erfassen.
Zur Bewertung der Schwere gastrointestinaler Symptome wurde die Gastrointestinal Symptom Rating Scale (GSRS) eingesetzt, während die gesundheitsbezogene Lebensqualität mithilfe des Fragebogens zum psychologischen allgemeinen Wohlbefinden (PGWB) erhoben wurde.
Hauptergebnisse
Orale Manifestationen scheinen bei Zöliakie-Patienten signifikant häufiger aufzutreten als in der Allgemeinbevölkerung - sowohl zum Zeitpunkt der Diagnosestellung als auch unter glutenfreier Diät (GFD).
Prävalenz oraler Symptome bei Zöliakie:
- Zahnschmelzdefekte (DED) wurden von 27 % der Patienten berichtet, verglichen mit nur 4 % in der Kontrollgruppe (p < 0,001).
- Vor der Diagnosestellung litten 56 % der Patienten unter rezidivierenden aphthösen Ulzerationen (RAS). Von diesen berichteten 69 % über eine Besserung unter glutenfreier Diät, während 31 % weiterhin betroffen waren.
- Glossodynie (Burning-Mouth-Syndrom) trat bei Patienten unter glutenfreier Diät signifikant häufiger auf als bei Kontrollpersonen (14 % vs. 6 %; p < 0,001).
Risikofaktoren:
- ahnschmelzdefekte (DED) waren assoziiert mit
- einer langen Verzögerung bis zur Diagnosestellung (über 10 Jahre),
- einer früheren Diagnoseperiode (vor 1990),
- dem Vorliegen abdominaler Symptome zum Diagnosezeitpunkt.
- Rezidivierende aphthöse Ulzerationen (RAS) zum Diagnosezeitpunkt waren assoziiert mit
- weiblichem Geschlecht,
- abdominalen Symptomen.
- Glossodynie unter glutenfreier Diät war verbunden mi
- weiblichem Geschlecht,
- abdominalen Symptomen bei Diagnosestellung.

Lebensqualität
Persistierende orale Symptome führten zu stärker ausgeprägten gastrointestinalen Beschwerden und geringerer Lebensqualität.
Fazit
Orale Manifestationen sind bei erwachsener Zöliakie häufig und treten besonders bei Frauen sowie bei Patienten mit klassischen abdominalen Symptomen auf. Eine glutenfreie Diät kann Beschwerden lindern, während eine frühzeitige Diagnose helfen kann, bleibende Schäden zu vermeiden - daher sind frühes Screening, konsequente Therapie und engmaschige Nachsorge wichtig.
*Aufgrund der Lesbarkeit wird hier das generische Maskulinum verwendet. Die verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich - sofern nicht anders kenntlich gemacht - auf alle Geschlechter.
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Manninen et al. BMC Gastroenterology (2025) 25:126
