
Zöliakie: Histologische Remission und Nachsorge unter glutenfreier Diät
Eine aktuelle Analyse zeigt, wie sich histologische Befunde bei Erwachsenen mit Zöliakie unter glutenfreier Diät entwickeln und warum die Nachsorge standardisiert werden sollte.
Histologische Nachsorge bei Erwachsenen mit Zöliakie unter glutenfreier Diät
Für die histologische Nachsorge während der Langzeitbehandlung erwachsener Patientinnen und Patienten mit Zöliakie, die eine glutenfreie Diät einhalten, besteht weiterhin kein Konsens. Trotz klinischer und serologischer Besserung zeigt ein Teil der Betroffenen weiterhin eine persistierende Zottenatrophie. Ziel der Studie von Daniel Vasile Balaban et al. war es, die aktuelle Evidenz zu histologischen Ergebnissen unter glutenfreier Diät bei Erwachsenen mit Zöliakie zusammenzufassen. Im Fokus der Untersuchung standen die Heilungsrate der Schleimhaut, die verwendeten Bewertungsmethoden und die zugrunde gelegten Remissionskriterien. Hierfür wurde eine Literaturrecherche durchgeführt, bei der die Daten veröffentlichter Kohortenstudien mit erwachsenen Zöliakiepatientinnen und -patienten unter glutenfreier Diät ausgewertet wurden. Aus der Nachbeobachtungsphase wurden Biopsiedaten sowie demografische Angaben, Ausgangshistologie, Dauer und Adhärenz der glutenfreien Diät, serologischer Status und histologische Remissionsraten einschließlich der verwendeten Remissionskriterien extrahiert.
Ergebnisse der Analyse
In die Auswertung gingen 46 Studien mit insgesamt 15.530 Patientinnen und Patienten ein, mit einem Anteil von 73,3 % Frauen. Das mittlere Alter lag bei 41 Jahren. Die durchschnittliche histologische Remission betrug über alle Kohorten hinweg 58,8 %. Die Aussagekraft dieses Mittelwerts ist jedoch eingeschränkt, insbesondere aufgrund unterschiedlicher Definitionen histologischer Remission. Diese reichten von strengen Kriterien wie Marsh 0 bis hin zu breiteren Definitionen, bei denen auch Marsh 1 oder eine nicht-atrophische Schleimhaut (Marsh < 3) als Remission gewertet wurden. Auch morphometrische Schwellenwerte, wie das Verhältnis von Zottenhöhe zu Kryptentiefe, beeinflussten die berichteten Remissionsraten.
Bedeutung der glutenfreien Diät und der standardisierten Nachsorge
Für die ernährungstherapeutische Praxis besonders relevant ist, dass eine längere Dauer der glutenfreien Diät und eine streng überprüfte Diätadhärenz mit besseren histologischen Ergebnissen assoziiert waren. Die histologische Remission bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit Zöliakie unter glutenfreier Diät variiert. Die berichteten Remissionsraten hängen wesentlich davon ab, wie histologische Remission definiert und wie die Diätadhärenz erfasst wird. Für eine einheitliche Nachsorge sind daher standardisierte und validierte Kriterien zur Beurteilung des histologischen Verlaufs und der Einhaltung der glutenfreien Diät erforderlich.
Quellen

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