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Frau hält eine Zeichnung der Bauchspeicheldrüse in der Hand

Zöliakie und das Risiko einer Pankreatitis: Neue klinische Erkenntnisse

Eine groß angelegte Beobachtungsstudie zeigt bei Patienten mit Zöliakie im Vergleich zu Nicht-Zöliakie-Kontrollen ein signifikant erhöhtes Risiko für akute und chronische Pankreatitis.


Zöliakie: neue Erkenntnisse zum Pankreatitisrisiko

Zöliakie ist eine systemische Autoimmunerkrankung, die mit zahlreichen extraintestinalen Manifestationen einhergeht. Neben der Beteiligung des Dünndarms ist bei Zöliakiepatienten ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen verschiedener Organe dokumentiert, was den systemischen Charakter der Erkrankung bestätigt.

Eine kürzlich im World Journal of Clinical Cases veröffentlichte bevölkerungsbasierte Beobachtungsstudie untersuchte das Langzeitrisiko für akute und chronische Pankreatitis bei Patienten mit Zöliakie und verglich es mit einer Kohorte von Personen ohne Zöliakie-Diagnose.

Die groß angelegte Kohortenstudie

Die retrospektive Studie nutzte die internationale Gesundheitsdatenbank TriNetX. Nach dem Propensity-Score-Matching wurden 159.857 Patienten mit Zöliakie einer gleich großen Kontrollkohorte ohne Zöliakiediagnose gegenübergestellt. Durch das Matching sollte der Einfluss relevanter Störfaktoren reduziert werden.

Untersucht wurde das Auftreten einer akuten beziehungsweise chronischen Pankreatitis im Langzeitverlauf. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug rund sieben Jahre.

Risiko für akute und chronische Pankreatitis bei Zöliakiepatienten

Die Ergebnisse zeigen, dass Patienten mit Zöliakie im Vergleich zur gematchten Kontrollgruppe ein signifikant höheres Risiko für eine akute und eine chronische Pankreatitis aufwiesen. Für die akute Pankreatitis war das Risiko mehr als doppelt so hoch; auch das Risiko einer chronischen Pankreatitis war signifikant erhöht.

Der Zusammenhang zeigte sich auch in den Sensitivitätsanalysen und über die untersuchten Zeiträume hinweg konsistent.

Multifaktorielle Ätiologie und Rolle der Entzündung

Ein wichtiger Aspekt, der sich aus der Studie ergibt, ist, dass das erhöhte Risiko verschiedene Ursachen der Pankreatitis betrifft, darunter biliäre, alkoholbedingte und idiopathische Formen. Diese Erkenntnis deutet darauf hin, dass der Zusammenhang nicht auf die traditionellen Hauptrisikofaktoren beschränkt ist.

Als mögliche Erklärungsansätze diskutieren die Autoren immunologische und chronisch-entzündliche Mechanismen, Nährstoffmängel sowie persistierende Veränderungen der Darmschleimhaut. Eine Beteiligung der Darm-Pankreas-Achse ist plausibel, wurde in dieser Beobachtungsstudie jedoch nicht direkt untersucht.

Klinische Implikationen

Aus klinischer Sicht unterstreicht die Studie die Bedeutung, Pankreatitis als mögliche Komorbidität bei Patienten mit Zöliakie in Betracht zu ziehen, insbesondere bei anhaltenden Bauchschmerzen, Veränderungen der Pankreasenzyme oder zusätzlichen Risikofaktoren.

Aus den Ergebnissen lässt sich keine Empfehlung für ein routinemäßiges Screening ableiten. Sie unterstützen jedoch eine erhöhte klinische Wachsamkeit bei Symptomen, die mit einer Pankreatitis vereinbar sind, insbesondere bei Patienten mit nicht diagnostizierter oder unzureichend behandelter Zöliakie.

Eine Fachkraft erklärt einer Frau auf einer Couch etwas, während ein bunter Modell des Organs sichtbar ist

Schlussfolgerungen

Diese umfangreiche retrospektive Kohortenanalyse zeigt eine Assoziation zwischen Zöliakie und einem erhöhten Risiko für akute und chronische Pankreatitis. Weitere prospektive Studien sind erforderlich, um die zugrunde liegenden Mechanismen zu klären und zu untersuchen, ob sich daraus spezifische Präventions- oder Überwachungsstrategien ableiten lassen.

*Aufgrund der Lesbarkeit wird hier das generische Maskulinum verwendet. Die verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich - sofern nicht anders kenntlich gemacht - auf alle Geschlechter.

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Quellen

Krishnan, A., Teran, D., & Mukherjee, D. (2025). Risk of incident pancreatitis in patients with celiac disease: A population-based matched retrospective cohort study. World Journal of Clinical Cases, 13(35), 112965. https://doi.org/10.12998/wjcc.v13.i35.112965