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Symptome der Zöliakie

Dr. Schär Institute Symptome Zöliakie Glutenunverträglichkeiten Bauchschmerzen
Bauchschmerzen sind ein häufiges Symptom bei Zöliakie
Das klinische Bild der Zöliakie hat sich im Laufe der Jahre gewandelt und die Symptome sind sehr vielfältig. Die Zöliakie zeigt sich heute meist nicht oder zumindest nicht ausschließlich mit typischen gastrointestinalen Beschwerden, sondern die Symptome reichen von Kopfschmerzen über Eisenmangelanämie bis hin zu Fertilitätsstörungen.
Typische Symptome der Zöliakie sind Durchfall, Gewichts- und Kraftverlust, aufgeblähter Bauch, Bauchschmerzen, Übelkeit und bei Kindern Wachstumsstörungen. In einigen Fällen treten assoziierte Erkrankungen auf, die auf eine Zöliakie hinweisen können, z. B. Eisenmangelanämie, Osteoporose, Amenorrhö, Vitamin- und Mineralstoffmangel, Dermatitis herpetiformis Duhring, Fertilitätsstörungen oder eine Laktoseintoleranz. Auch Autoimmunerkrankungen, wie Diabetes Typ 1, Schilddrüsen- und Lebererkrankungen, können Zeichen für eine mögliche Zöliakie sein.

Symptome im Überblick

Gastrointestinale Symptome Extraintestinale Symptome Allgemeine Symptome
  • Durchfall
  • Blähungen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Fettstühle
  • Meteorismus
  • Anämie (Eisen, Vitamin B12, Folsäure)
  • Osteoporose und Zahnschmelzdefekte
  • Blutungen (Vitamin-K-Mangel)
  • Neurologische Störungen
  • Atrophie, Tetanie
  • Fertilitätsstörungen
  • Fehlgeburten
  • Erhöhte Leberwerte
  • Dermatitis herpetiformis Duhring
  • Gewichtsverlust
  • Wachstumsstörungen
  • Kleinwuchs
  • Mattigkeit, Müdigkeit
  • Aufgeblähter Bauch

Klinische Formen der Zöliakie

Aufgrund der heterogenen Symptomatik unterteilt man die Zöliakie in verschiedene klinische Formen. In der S2k-Leitlinie aus dem Jahr 2014 wurden dafür neue Begrifflichkeiten definiert.

 

Klassische Zöliakie

Typische Symptome treten vor allem bei Kindern auf
Die klassische Zöliakie, ehemals als typische Zöliakie bezeichnet, entwickelt sich schon frühzeitig, im Allgemeinen einige Monate nach dem Abstillen. Sie zeigt die typischen Malabsorptionssymptome der Zöliakie: chronischer Durchfall, Wachstumsstörungen, Appetitlosigkeit, Übelkeit und aufgeblähter Bauch. Bei den Patienten sind Autoantikörper gegen Endomysium und gegen die Gewebstransglutaminase nachweisbar. Zudem sind die typischen histologischen Mukosaveränderungen im Dünndarm sichtbar.
 

Symptomatische Zöliakie

Vielfältige Symptome erschweren die Diagnose
Die symptomatische Zöliakie, ehemals als atypische oder overte Zöliakie bezeichnet, tritt erst später mit Symptomen außerhalb des Darmbereichs auf, z. B. Anämie durch Eisenmangel, Zunahme der hepatischen Transaminasen, wiederkehrende Bauchschmerzen, Hypoplasie des Zahnschmelzes, Dermatitis herpetiformis Duhring und Wachstumsstörungen im Schulalter. Im Serum sind zöliakietypische Antikörper nachweisbar und es treten charakteristische Veränderungen der Dünndarmschleimhaut auf.
 

Subklinische Zöliakie

Zufallsbefund, da keine merklichen Beschwerden vorliegen
Die subklinische Zöliakie, ehemals asymptomatische oder silente Zöliakie genannt, wird bei asymptomatischen Menschen zufällig diagnostiziert, indem bei ihnen im Rahmen einer serologischen Untersuchung positive Antikörper festgestellt werden. Auch histologische Veränderungen der Dünndarmschleimhaut sind nachweisbar. In vielen Fällen sind die Symptome nur scheinbar versteckt, in Wirklichkeit wird nach Beginn der glutenfreien Ernährung eine Besserung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit beobachtet.
 

Potenzielle Zöliakie

Vor allem für Menschen mit Autoimmunerkrankungen relevant
Als potenzielle Zöliakie, ehemals latente Zöliakie, werden jene Fälle bezeichnet, bei denen positive serologische Marker festgestellt werden, die Darmbiopsie jedoch unauffällig ist. Diese Personen sollten überwacht werden, um eine mögliche Zottenatrophie frühzeitig zu erkennen. Häufig wird auch bei Menschen Zöliakie diagnostiziert, die unter einer Autoimmunerkrankung, insbesondere Diabetes Typ 1 und Thyreoiditis, bzw. die an Syndromen wie Down-, Turner- und Williams-Syndrom oder einem IgA-Mangel leiden.
 

Refraktäre Zöliakie

Die glutenfreie Ernährung bringt keine Besserung
Bei einem sehr kleinen Anteil aller Zöliakiebetroffenen (ca. 0,5 Prozent) entsteht eine refraktäre Zöliakie, d. h. es entwickelt sich eine erneute zöliakieähnliche Erkrankung trotz der gewissenhaften Einhaltung der glutenfreien Diät.
Quellen

Weiterführende Informationen

E-Learning 1

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Fachartikel 1

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Studien 1

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Modul 1 - Grundlagen der Zöliakie Teil 1

In diesem Modul werden Ihnen erste Grundlagen zur Zöliakie vermittelt. Die Begrifflichkeiten „Zöliakie“ und „Gluten“ werden definiert.
Im Weiteren geht es um die Ätiologie und Pathogenese der Zöliakie. Es werden exogene, genetische und immunologische Faktoren, die bei der Entstehung einer Zöliakie eine Rolle spielen, präsentiert. Es folgt die Darlegung der einzelnen Erscheinungsformen der Zöliakie, die vielfältige Symptomatik sowie ein Überblick über die Prävalenz in Europa und ihrer Entwicklung.

Zusammengestellt wurde das Modul von Dr. med. Michael Schumann von der Berliner Charité.

Was ist eine refraktäre Zöliakie und wie wird sie diagnostiziert – Einblick in die aktuelle Forschung

Die Zöliakie lässt sich in verschiedene Formen einteilen. Dieser Artikel beschäftigt sich mit der refraktären Zöliakie und ihrer Diagnose.

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Autor:
Schumann, M;
Jahr:
2014

Usefulness of Symptoms to Screen for Celiac Disease

Abstract

OBJECTIVE:
To describe the frequency of symptoms and associated conditions among screening-detected celiac disease (CD) cases and non-CD children and to evaluate questionnaire-based case-finding targeting the general population.

METHODS:
In a population-based CD screening of 12-year-olds, children and their parents completed questionnaires on CD-associated symptoms and conditions before knowledge of CD status. Questionnaire data for those who had their CD detected in the screening (n = 153) were compared with those of children with normal levels of CD markers (n = 7016). Hypothetical case-finding strategies were also evaluated. Questionnaires were returned by 7054 (98%) of the children and by 6294 (88%) of their parents.

RESULTS:
Symptoms were as common among screening-detected CD cases as among non-CD children. The frequency of children with screening-detected CD was similar when comparing the groups with and without any CD-related symptoms (2.1% vs 2.1%; P = .930) or CD-associated conditions (3.6% vs 2.1%; P = .07). Case-finding by asking for CD-associated symptoms and/or conditions would have identified 52 cases (38% of all cases) at a cost of analyzing blood samples for 2282 children (37%) in the study population.

CONCLUSIONS:
The current recommended guidelines for finding undiagnosed CD cases, so-called active case-finding, fail to identify the majority of previously undiagnosed cases if applied in the general population of Swedish 12-year-olds. Our results warrant further studies on the effectiveness of CD case-finding in the pediatric population, both at the clinical and population-based levels.

Resource: Pediatrics. 2014 Feb;133(2):211-8. doi: 10.1542/peds.2012-3765. Epub 2014 Jan 13
 
Autor:
Rosén, A; Sandström, O; Carlsson, A; et al.;
Jahr:
2014 Jänner
Sprachen:
English;
www.drschaer-institute.com