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Sofort- oder Spättyp: Symptomatik der Weizenallergie

Bei der Weizenallergie reicht das mögliche Symptomspektrum von akut auftretenden juckenden Quaddeln und Schwellungen der Haut, einer Ekzemverschlechterung der atopischen Dermatitis bis hin zur Anaphylaxie oder gastrointestinalen Symptomen.
Die Weizenallergie weist ein großes Spektrum bei der Symptomatik auf. Die Anzeichen reichen von klassischen Symptomen einer Allergie wie juckenden Quaddeln (Urtikaria) und Schwellungen der Schleimhäute (Angioödeme) bis hin zur Anaphylaxie oder unspezifischen Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Es gibt sowohl Sofortreaktionen als auch Spätreaktionen. Im Kindesalter äußern sich Sofortreaktionen fast ausschließlich auf der Haut, als Spätreaktion kann sich bei Kindern mit atopischer Dermatitis das Ekzem verschlechtern.
Zellvermittelte gastrointestinale Spätreaktionen einer Weizenallergie sind im Kindes- und Erwachsenen eher selten und treten mehr als sechs Stunden bis ein oder zwei Tage nach dem Weizenverzehr auf. Bei Erwachsenen könnten sie auf den ersten Blick auch als Reizdarmsyndrom eingestuft werden. Diese Form der Weizenallergie ist klinisch nicht eindeutig von einer Zöliakie zu unterscheiden. Hier zählt das richtige Diagnosevorgehen, mit Ausschluss einer Zöliakie, deren Therapie sich von der Therapie einer Weizenallergie unterscheidet. Als neues Krankheitsbild muss bei unspezifischen Magen-Darm-Beschwerden - nach Ausschluss von Zöliakie UND Weizenallergie - auch eine Gluten und Weizensensitivität in Betracht gezogen werden.
 

Besondere Formen der Weizenallergie

Neben der primären Weizenallergie, die vor allem bei Kindern auftritt, gibt es einige Sonderformen. Beim berufsbedingten Bäckerasthma kommt es durch das Einatmen der Allergene im Weizenmehl zu Atembeschwerden. Manchmal tritt die Weizenallergie als sogenannte weizenabhängige, anstrengungsinduzierte Anaphylaxie (wheat-dependent exercise-induced anaphylaxis, WDEIA) auf - eine IgE-vermittelte Sofortreaktion, die bei Erwachsenen häufiger, seltener bei Kindern diagnostiziert wird. Hier kommt es nach dem Verzehr von weizenhaltigen Produkten nur in Kombination mit einem oder mehreren Kofaktoren, wie körperliche Anstrengung, zu einem anaphylaktischen Schock. Eine weitere Sonderform ist die eosinophile Ösophagitis/Gastroenteritis, bei der auch Weizen ein Auslöser sein kann.

Kurz notiert: Was ist die eosinophile Ösophagitis/Gastroenteritis?

Bei der allergischen eosinophilen Ösophagitis (EOE), Gastritis sowie Gastroenteritis und -kolitis lassen sich bei einer Spiegelung eosinophile Infiltrate in der Schleimhaut der betroffenen Organe nachweisen, als Folge der Entzündung kommt es zu einer Wandverdickung und Obstruktion. Patienten mit EOE klagen daher meist über erhebliche Schluckbeschwerden (bei EOE) beim Schlucken fester Nahrung. Manchmal bleiben größere Nahrungsbrocken wie Fleischstücke in der Speiseröhre stecken. Auslöser der EOE im Kindesalter sind v.a. regelmäßig zugeführte Nahrungsmittelallergene wie Milch und Weizen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen spielen insbesondere pollenassozierte Nahrungsmittelallergene, aber auch Weizen eine Rolle.
Neben der medikamentösen Therapie mit (topischen) Steroide können individuell erstellte Eliminationsdiäten erfolgreich sein. Unmittelbar im Anschluss an die Eliminationsphase muss mit einer ÖGD der Erfolg der Diät überprüft. Bei Remission werden einzelne Nahrungsmittel in längerem Zeitabstand wieder in die Kost eingeführt.

Überblick möglicher Symptome einer Weizenallergie

  • in Mund, Nase, Augen und Rachen: Schwellung, Jucken oder Kratzgefühl
  • auf der Haut: atopisches Ekzem, Urticaria
  • in der Lunge: Atemnot, Asthma, Bäckerasthma
  • im Gastrointestinaltrakt: Krämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Diarrhoe
Quellen
  • S2k-Leitlinien Zöliakie 04/2014 http://www.dgvs.de/leitlinien/zoeliakie/
  • http://dasgastroenterologieportal.de/Eosinophile_Oesophagitis.htm
  • Vashi R and Hirano I: Diet therapy for eosinophilic esophagitis: when, why and how? Curr. Opin Gastroenterol. 2013: 29; 407-415
  • Gonsalves et al., Gastroenterology 2012; Rodriguez-Sanchez et al, Allergy 2014, van Rhijn et al. 2013, Simon et al. 2014
  • Körner, Ute und Schareina, Astrid: Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten: in Diagnostik, Therapie und Beratung, 1. Auflage 2010 (2. Auflage in Vorbereitung 2016), Haug-Verlag.
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