

Die genetischen Veränderungen glutenhaltigen Weizens, die sich während der letzten 10.000 Jahre ereignet haben und zu quantitativen und qualitativen Verbesserungen führten, stellen gewissermaßen einen „evolutionären Fehler“ dar und bilden die Grundlage für die Entstehung von Krankheiten beim Menschen. Diese Formen von Glutenintoleranz, die insgesamt bei rund 10% der Gesamtbevölkerung auftreten, gehören zu den absolut gesehen häufigsten Krankheiten, wenn man bedenkt, dass allein die Zöliakie (CD für Coeliac Disease), die am stärksten ausgeprägte Form der Glutenintoleranz, rund 1% der Kinder und Erwachsenen Europas betrifft.
Dass Menschen auf Gluten reagieren, lässt sich durch allergische und Autoimmun-Mechanismen erklären.
Anders sieht die Sache aus, wenn man von einer weiteren Form der Glutenreaktion spricht, bei der weder eine Allergie noch eine andere Autoimmunreaktion vorliegt, der sogenannten Gluten Sensitivity (GS). Es ist nicht einfach festzustellen, wie hoch der Prozentsatz der Menschen in der Bevölkerung ist, die empfindlich auf Gluten reagieren. Dabei scheint diese Störung viel häufiger aufzutreten als Zöliakie, man vermutet mindestens 6- bis 7-mal so häufig, und auch die Diagnose fällt schwer, weil keine typischen GS-Marker existieren. Bisher ist es nur anhand einer Ausschlussdiagnose möglich, die GS als „Reaktion auf die Aufnahme von Gluten mit der Ernährung“ zu definieren, „nachdem Zöliakie und Weizenallergie ausgeschlossen wurden, sodass nur eine angeborene Immunität in Betracht gezogen werden kann“.
Aus der starken Verbreitung des Problems ergibt sich für uns die Notwendigkeit, Fachkräfte des Gesundheitswesens durch diese Website zu informieren. Hier soll versucht werden, einen Überblick über Symptome (die sich mit jenen der Zöliakie überschneiden) und derzeitige Diagnose- und Therapiemöglichkeiten zu geben und zu klären, warum eine Person eine GS entwickelt, das Problem aber innerhalb kurzer Zeit mit glutenfreier Ernährung lösen kann. Um zu verstehen, was die Probleme im Zusammenhang mit Gluten auslöst, mag es nützlich sein, kurz zu erörtern, wie genetische Veränderungen des Weizens - bei einigen Personen mit entsprechender Prädisposition - Einfluss auf den Ausbruch einer der wichtigsten durch Gluten bedingten Störungen haben können. Ärzte und medizinisches Fachpersonal können hier Schritt für Schritt die wissenschaftlichen Fortschritte rund um das Thema verfolgen und mit einem nationalen und internationalen Expertengremium in Kontakt treten. Die angegebenen Informationsquellen sind sicher auch für Patienten nützlich und brauchbar.