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Weizenfreie Ernährung: Praxistipps für Weizenallergiker

Weizenfreie Ernährung bei Weizenallergie
Weizenfreie Ernährung bei Weizenallergie
Weizen aus dem Speiseplan zu verbannen, hat für den Alltag eines Weizenallergikers weitreichende Folgen. Mit ein paar Tipps und der Betreuung in der Ernährungsberatung gelingt es dem Betroffenen jedoch gut, einen ausgewogenen Diätplan aufzustellen.
Eine weizenfreie Ernährung ist nicht ganz einfach, da Weizen in vielen Ländern Europas ein Grundnahrungsmittel und aufgrund seiner lebensmitteltechnologischen Eigenschaften eine beliebte Zutat der Lebensmittelindustrie darstellt. Die genauen diätetischen Empfehlungen hängen vom Typ und Ausmaß der Weizenallergie ab. Eine weizenfreie Diät ist nur dann sinnvoll, wenn eine gesicherte Diagnose vom Arzt vorliegt. Grundsätzlich ist Weizen in vielen Lebensmitteln versteckt, in denen man ihn nicht vermuten würde. Der Großteil der glutenfreien Lebensmittel ist auch weizenfrei eine Ausnahme sind glutenfreie Produkte die als Zutat glutenfreie Weizenstärke enthalten. Ein geübter Blick auf die Zutatenliste ist daher ein Muss – was glücklicherweise durch die aktuelle Lebensmittelinformationsverordnung vom Dezember 2014 unterstützt wird. Sie besagt, dass auch bei loser Ware das Allergen Weizen überall gekennzeichnet werden muss. Leider ist es für Weizenallergiker oft nicht mit einer Weizenrestriktion getan. Experten raten, auch Weizen-Urformen wie Dinkel, Grünkern (unreif geernteter und gedarrter Dinkel), Einkorn, Zweikorn (Emmer) und Kamut zu meiden.

In diesen Lebensmitteln kann Weizen enthalten sein

  • Brötchen, Brot, Backwaren
  • Kekse, Plätzchen, Kuchen
  • Müsli
  • Teigwaren (Nudeln)
  • Bulgur, Couscous
  • Backpulver, Tortenguss, Sahnesteif
  • Frisch- und Trockenhefe
  • Backerbsen, Paniermehl
  • Puddingpulver, Fertigdesserts
  • Backoblaten, Hostien
  • Süßwaren, Eiscreme mit Keks-/Waffelbestandteilen, Nuss-Nougat-Creme
  • Paniertes Fleisch und panierter Fisch
  • Geriebener Parmesankäse
  • Wurstaufschnitt und Würstchen
  • Malzkaffee, Instantgetränke, (Kinder-)Teesorten mit Aroma/Vitaminzusatz
  • Weizenbier, Malzbier
  • Gebundene Fertiggerichte, Suppen, Soßen
  • Pizza, Hamburger

Weizenfreie Diät im Alltag: Praktische Hinweise zur Umsetzung

Nicht nur der Alltag, sondern auch das Einkaufen und der Außer-Haus-Verzehr können für Menschen mit Weizenallergie oft schwierig sein – insbesondere für Kinder. Mit diesen Tipps gelingt die Umstellung und Einhaltung etwas leichter.

Weizenallergiker sollten auf andere Getreidearten und -produkte wie Roggen- oder Gerstenmehl, Haferflocken oder Cornflakes aus Mais (mit Gerstenmalz) ausweichen sowie auf sogenannte Pseudogetreide oder glutenfreie Bindemittel, insbesondere wenn Kreuzreaktionen auf andere Getreidesorten vorliegen.

Es empfiehlt sich, Brot und Backwaren selbst herzustellen, z. B. reines Roggenbrot auf Sauerteigbasis, Buchweizenbrot oder auf Basis gluten- und weizenstärkefreier Mehle oder Backmischungen. Aus getrockneten, weizenfreien Backwaren kann gut eigenes Paniermehl hergestellt werden. Und auch das Müsli kann selbst gemischt werden, z. B. mit Hafer- oder Roggenflocken und Amaranth.

Beim Einkauf muss die Zutatenliste verpackter Lebensmittel gründlich auf das Vorkommen von Weizen kontrolliert werden. Ansonsten können Betroffene auf gluten- und weizenfreie Produkte zurückreifen, z. B. bei Nudeln. Produkte, die nur glutenfrei sind, sind nicht immer geeignet, da sie teilweise glutenfreie Weizenstärke beinhalten.

Außer Haus sollten Menschen mit Weizenallergie gezielt weizenfreie Speisen und Getränke auswählen, z. B. ungebundenes Gemüse, Kartoffel, Reis, Fisch und Fleisch ohne Panade sowie keine Fertigsoßen oder -suppen. Als Getränk eignen sich Mineralwasser, Fruchtsaft oder Bier mit Gerstenmalz (Pils, Kölsch).

Weizen richtig ersetzen – aber wie?

Gruppe Geeigneter Ersatz bei Weizenverzicht
Getreide Hafer, Gerste, Roggen, Sorgum (Hirse), Reis, Mais als Mehl oder Stärke
Pseudogetreide Quinoa, Amaranth (Buchweizen*)
Stärkereiche Knollen Tapioka, Kartoffelstärke
Hülsenfrüchte Sojamehl (vollfett), Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl
Sonstige Zichorie, Kastanienmehl
*Bei Buchweizen muss auf möglichen Fremd-/Weizenbesatz geachtet werden
Quellen
  • Allergie konkret 1/2015
www.drschaer-institute.com